Überführung - Kanalfahrt

 

Am nächsten Morgen nach dem Kranen mußte noch einiges gerichtet werden. Beispielsweise lief das Schiff mit eingelegtem Vorwärtsgang rückwärts. Auch mußten alle Segel, Wanten und Stagen, viele hundert Meter Leinen für Fallen und Schoten und der ganze Zubehör zum Rigg geladen werden.

In der Zwischenzeit wurde die Ruderanlage fachkundig getestet.

 
  Am nächsten Morgen ging es früh los, es war noch nicht hell. Alle blickten gespannt nach vorne, der Anblick war ja noch sehr ungewohnt.
Mit der Zeit hatten wir uns daran gewöhnt und suchten uns andere Beschäftigungen.  
  So konnten wir das Spleissen üben und die erlernten Fertigkeiten gleich bei diversen Leinen an Bord anwenden.
Es wurde konzentriert gearbeitet, auch wenn es nicht immer gleich so geworden ist, wie man es haben wollte.  
  Zu Mittag wurde dann die erste Mahlzeit zubereitet. Dabei wurde natürlich auch die neue Küchenausrüstung getestet.
   
  Anfahrt auf die Schleuse Anderten.
15 Meter aufwärts ist auch schon ganz ordentlich. Für die Crew war es die erste Schleuse.  
  Danach fahren, fahren, fahren. Bis tief in die Nacht hinein. Im Dunkeln sieht man nichts ...
Im Elbe-Seitenkanal haben wir dann in Bodenteich (ca. 10km vor der Schleuse Uelzen) zur Übernachtung festgemacht. Es ist 22:30 Uhr und wir sind ca. 80sm unter Motor gefahren.  
  Am nächsten morgen ging es gleich früh weiter, Festmachen im Schleusenvorhafen und warten auf die Erlaubnis, in die Schleuse einzufahren.
Jetzt geht es in die Schleuse, wir werden abwärts geschleust.  
  23 Meter Hub, das sind schon mächtige Betonwände!
Ein paar Stunden später machen wir am Schiffshebewerk Lüneburg im Vorhafen fest.  
  Die Wartezeit wird genutzt, um Schönheitsreparaturen am Schiff vorzunehmen.
Bei einem Schiffshebewerk wird praktisch die ganze Wanne, in der sich die Schiffe befinden, bewegt.  In unserem Fall geht es 38 Meter abwärts,  Richtung Elbe.  
  Hier sieht man das Obertor, wir sind schon 10 Meter darunter.
Auf halber Höhe ist eine Zuschauer-Plattform, Dort standen ca. 30-40 Menschen und applaudierten.  
  Nach wenigen Kilometern sind wir auf der Elbe.  Jetzt verändert sich das Bild: Der Fluß ist viel breiter, es liegen Fahrwassertonnen aus und es geht nicht mehr geradeaus.
Langsam geht die Sonne unter ...  
  ... und wir kommen nachts in Hamburg an.
Um 20:45 Uhr machen wir im Stadthafen ganz in der Nähe von St. Pauli fest.  
  Am nächsten Morgen kleiner Zwischenstopp im Museumshafen Ovelgönne bei strahlender Oktobersonne.
Kurzer Rundumblick um Museumshafen, dann ging es auch schon weiter.  
  Da die Elbe immer breiter wurde, mußte auch schon richtig navigiert werden.

Im Laufe des Nachmittags nahm der Wind dann stetig zu, und natürlich hatten wir ihn genau von Vorne! Das bedeutete, dass wir nur sehr langsam voran kamen und am Schluß nurnor ca. 2 kn fuhren.

In Brunsbüttel angelangt wurde es schon dunkel und wir entschlossen uns, über Nacht in dem kleinen Yachthafen direkt hinter der Schleuse zu bleiben.

 
  Am nächsten Morgen konnten wir nicht weiterfahren, da ein paar hundert Meter weiter zwei Frachter zusammengestossen waren, einer drohte zu sinken. Der Kanal war für die gesammte Schifffahrt gesperrt. Dies stellte sich jedoch im Laufe des Tages für uns als 'glücklicher Zufall' heraus, weil nun der angekündigte Orkan einsetzte und wir sicher hinter der Mauer der Schleuse Brunsbüttel lagen.
Außerhalb der Schleuse konnten wir die tobenden Naturgewalten hautnah beobachten.  
  Keiner unserer Crew wollte bei solchen Bedingungen unterwegs sein: Wind mit bis zu 190 km/Std.!
Ein Lotsenboot, welches viel größer ist als die Paramita, und auch viel besser motorisiert, hatte hier schon sehr zu kämpfen.  
  Als nach 2 Tagen immer noch nicht abzusehen war, wann der NOK wieder freigegeben wird, entschlossen wir uns, nach Glückstad an der Elbe zurückzufahren, um die Masten dort zu stellen.

 

Fortsetzung: Masten stellen und Weiterfahrt durch den NOK nach Wismar