Überführung Glückstadt - Wismar

  Wie bestellt hatten wir strahlenden Sonnenschein! Erst einmal haben wir alle mitgebrachten Riggteile ausgeladen und geordnet und sortiert. Anschließend wurde der Besanmast zum Stellen vorbereitet.
Jetzt konnte der Besan gestellt und verstagt werden.  
  Anschließend wurde der Großmast vorbereitet, alle Wanten und Stagen sowie Windmessanlage und Funkantenne angeschlagen. Schwierigkeit war immer wieder, dass wir das Rigg von diesem Schiff noch nie in aufgebauten Zustand gesehen haben, und auch keine Zeichnung zur Verfügung stand. Immer wieder mußten wir ausmessen und überlegen, welches Stag wohin gehört.
Ganz schön groß dieser Mast!  
  Als die Stagen und Wanten befestigt waren mußte jemand hoch, um die Fallen zu sortieren. Hier waren natürlich unsere Maststufen sehr vorteilhaft.
Ganz oben im Masttop mußte die Windmessanlage noch ausgerichtet werden.  
 

Das Fertigstellen des Riggs dauerte 2 Tage. In dieser Zeit haben wir die Masten ausgerichtet, Wanten und Stagen gespannt und alles mit Splinten gesichert. Anschließend wurden alle Segel aufgezogen.

Inzwischen haben wir über das Internet herausbekommen, dass der NOK wieder freigegeben ist. Also bereiteten wir unsere Abreise für den nächsten Morgen vor.

Am Freitag, den 01.11.2013 ging es dann los, 'raus auf die Elbe, und gleich alle Segel gesetzt.   
  Mit 12-20 kn Wind ging es auch gleich ordentlich zur Sache.
Vor der Schleuse Brunsbüttel wurden dann das erste Mal die Segel geborgen.  
  2. Versuch: Einfahrt in den NOK.
Hier liegt der Havarist, Ursache unserer 2-tägiger Verzögerung, mit eingerammten Pfählen an der Uferböschung gesichert, weil er sonst ganz absaufen würde. Jetzt durften wir langsam passieren.  
 

Die Kanalfahr ist eher langweilig. Übernachtung in der Nähe der Schleuse Gieselau (Einfahrt in die Eider).

Am nächsten Morgen weiter nach Rendsburg, hier die Eisenbahnbrücke mit Schwebefähre.

In Kiel-Holtenau geht es dann durch die Schleuse und 'raus aus dem Kanal. Nach der Schleuse haben wir erst einmal fest gemacht und zwei unserer Crew sind einkaufen gegangen.  
 

Bei der Weiterfahrt dämmerte es bereits, und es war kaum Wind. Unter Motor trafen wir um 0:40 in Burgstaken ein.

In der Nacht setzte der Wind dann wieder ein und heulte die ganze Nacht.

Am nächsten Morgen konnten wir dann gleich mit ordendlichem Wind von 25 kn und gerefften Segeln starten.  
  Im Laufe des Tages nahm der Wind noch zu, leider aus der falschen Richtung, wir mußten kreuzen und kamen nicht so richtig voran. Die Segel waren auf etwa 1/4 der Fläche gerefft, in Spitzen hatten wir 46 kn Wind. Den Test unseres Riggs hätte ich mir etwas ruhiger vorgestellt!
Nicht jedem der Crew ist das Wetter bekommen.  
  Geschwindigkeitsrekord für unsere alte Dame!
Ganz schön schräg für einen Langkieler.  
  Der Versuch, ohne Segel unter Motor direkt gegenan zu fahren war auch nicht so erfolgreich, weil das Schiff wegen des starken Windes und der kurzen steilen Wellen nurnoch 2 kn lief.
Also weiter segeln. Um eine bessere Höhe laufen zu können haben wir die Maschine mitlaufen lassen So erreichten wir Neustadt/Holstein um 21:00 Uhr.